Weinwissen in Konz-Oberemmel/ Saar

Weinberge am morgen bei Nebel!

Moin Weinwissen,

seit langen mal wieder ein Bericht von meiner Seite. Hier ist zwar einige Zeit nichts passiert aber das soll nicht so bleiben. Da ich mich beruflich gerade in einer ziemlich unkreativen Phase befinde, liegt mein Fokus eher auf die berufliche Weiterbildung. Mein Arbeitgeber und die Zeit ermöglicht es mir das ich mich auf den Weg zum International geprüften Sommelier befinde. In diesen Rahmen wurde es mir von mehreren Seiten ermöglicht, hierzu eine Woche mein Weinwissen auf einem deutschen Weingut zu erweitern.

Worum ging es?

Eigentlich war ich die ganze Woche an der Seite des ausführenden Winzers, der mir so viel Weinwissen übergab wie ich nur aufsaugen konnte. Es war spannend, anstrengend und interessant. Toll das erlebt zu haben!

Ablauf der Woche:

Anfang Juli konnte ich eine Woche finden die es bot mal das „Konzer Tälchen“ zu erkunden. Dort kam ich, über endlich mal hilfreiche Kontakte, auch sehr gut an und wurde äußerst herzlich von der Familie und dem ausführenden Winzer, Peter Thelen, empfangen. Wie es bei mir üblich ist, versuche ich weiterhin dies nach dem Prinzip unserer wwoofing-urlaube zu gestalten. Was auch hier funktionierte, Zimmer bezogen und dann ging es auch gleich nochmal was essen. Sehr idyllisch in Saarburg haben wir noch Flammkuchen bekommen und einen Riesling aus der Region genossen. Jetzt muss ich zugeben das ich weitere Details vergessen habe, aber das passte sehr gut zusammen.

Rieslingtraube

Nächsten Tag stand wir pünktlich um 7 Uhr im Weinberg! Ja, richtig ich kann auch früh aufstehen. „Gippeln“ hieß die Aufgabe. Dies beinhaltete mit einer ganz normalen Laubschere den Reben den letzten Laubschnitt zu verpassen. Das war ungefähr auf 1,80m einige Zeit lang. Klingt einfach, tut aber um 12.00 Uhr in der Mittagssonne ganz schön weh. Mittlerweile habe ich auch andere Aussprachen dafür gehört, aber das Prinzip ist wohl überall das gleiche. Mal zum genaueren lesen: www.wein-plus.eu 

Ab Mittag haben wir dann Blätter, die um die Trauben herum zu viel waren, entfernt. Dies hatte die bessere Belüftung zur Folge, damit verhindert man am besten Schimmelpilze. Allerdings war dieses Jahr wohl eher die Trockenheit das Problem. Die war dieses Jahr so hart das vielerorts wohl ernsthaft über eine künstliche Bewässerung nachgedacht wurde. Aber soweit ich erfahren habe hat es dieses Jahr doch noch überwiegend  rechtzeitig geregnet. Also könnte es wohl ein durchaus guter Jahrgang werden. Allerdings empfand ich das arbeiten in der Sonne um einiges angenehmer als wenn es die ganze Zeit regnen würde.

Dazu hat Peter mir natürlich das ganze Weingut gezeigt und mir doch alle Fragen beantworten können die ich als Weinanfänger stellen könnte. Zuerst würde man wohl gar nicht vermuten was dieses optisch doch recht klein wirkende Weingut für einen Ausstoß hat. Aber wenn man das alles ordentlich organisiert hat, geht da doch einiges.

Mosel-Einzelpfahlerziehung

Natürlich habe ich auch allerhand Weine probieren dürfen, wobei mir alles im Detail erklärt wurde. Mit dem Hintergrund das man morgens in dem Weinberg stand, von dem abends der Wein im Glas war, hat man jetzt doch noch mehr Bezug dazu. Spannende Thematik, mit der man wohl nie fertig gelernt hat, interessant vermittelt. Dazu haben wir natürlich auch eine ganze Menge Lagerarbeit verrichtet, Flaschen etikettieren kann dann schon mal ein paar Stunden dauern und eintönig wirken. Aber das gehört dazu und ist teilweise noch pure Handarbeit. Natürlich ist in einem Ein-Mann-Betrieb die Aufgabenvielfalt gegeben. Aber wahrscheinlich auch viel Nervkram! Aber sowas könnte ich mir beruflich auch vorstellen.

Eigentlich ging es jeden Tag so früh los, wie am ersten. Mal war es neblig, mal einfach nur kühl. Aber auch fast immer sonnig. Wir haben noch Elektrozäune gebaut um Wild vom fressen der Beeren abzuhalten, was natürlich nicht super interessant an sich ist aber man hat halt auch ne Menge Zeit fragen zu stellen. Die Gegend ist selbstverständlich für nen Barkeeper aus Hamburg einfach schön und vor allem eine großartige Abwechslung zum normalen Arbeitsleben. Ich werde es wieder tun!
Auch haben wir uns die Weinberge der Umgebung angeschaut, wo natürlich der eine oder andere ziemlich berühmte dabei war, z.B.: der Scharzhofberg.

Per Zufall konnten wir es einrichten das wir uns das zweite Weingut, „Hofmann“ im Rheingau auch ansehen konnten. Was sehr interessant war, auch einfach mal die Größenunterschiede zu sehen. Auch dort wurde natürlich viel probiert aber nach dem fünften Riesling wird es einfach immer schwieriger sich dazu alles zu merken. „Nur wer schreibt, der bleibt!“, keine Ahnung wer mir dies Mal sagte aber er hatte recht damit. großartige Flaschen waren definitiv dabei, viele Winzer auch persönlich kennengelernt aber die Eindrücke waren auch sehr viel.

Am letzten Tag hatte ich dann noch das Vergnügen auf einem Jungwinzerfest teilzunehmen, ein Teil bestand darin fünf Weine auszuschenken, was viel Einblick in den Vertrieb gab. Da bei einem so kleinen Weingut viel von einer Person abhängt, ist das eine wichtige Angelegenheit gewesen. Wobei man dies wahrscheinlich sehr häufig macht, in welcher Art und Weise auch immer. Dann haben wir noch den abendlichen Verkauf betreut. Wobei meine ganze fachliche Kompetenz gefragt war, ich habe 4 Stunden Gläser poliert. 😀 Dies Tat ich allerdings sehr gerne, da meine Stärke dort besser zum Vorschein kam. Die Winzer sollten Ihren Wein ruhig selbst an den Mann bringen. Ich mach das lieber in meiner Bar später.

Zwischen den Reben, bei bestem Wetter!

Dann war die Woche eigentlich auch schon wieder vorbei, Glück hatte ich mit dem Wetter. Die Arbeit war ungewohnt und deshalb auch sehr anstrengend aber ich habe viele Einblicke bekommen, wie so ein Weingut funktioniert. Viele Fragen wurden beantwortet und ich habe das Getränk „Wein“ noch mehr verstanden, erlebt und mein Weinwissen enorm aufgefrischt. Also alles so wie es sein sollte. Somit bedanke herzlich bei allen die mir diese Woche ermöglicht haben!

Peter Thelen vom Weingut Willems-Willems

Jürgen Hofmann und Carolin Hofmann als Inhaber der beiden Weingüter – Hofmann

Meinem Arbeitgeber dem GINN Hotel

Natürlich alle die jetzt nicht erwähnt wurden, gehört auch ein großes Dankeschön!

 

Ich empfehle jeden der sich für Wein interessiert, dies so oft wie möglich zu machen. Denn so erweitert man sein Weinwissen enorm und Nachhaltig!

Es ist eine Erfahrung wert!

Am letzten Tag noch ein unglaublicher Sonnenuntergang!